Tokyo Grand Guignol

Originaltitel: Tokyo Grand Guignol Alternativtitel: Tokyo – Grand Guignol
Darsteller: Hiroyuki Mori (Shinichi), Akiko An (Ehefrau), Rei Atsumi (Miss Kaji), Toyo (Boss), Tenmetsu (Butoh Tänzer), Hiroyuki Taniguchi (Gangster), Kenzo Fukutsu (Gangster), Kenji Oketani (Gangster), Yuji Tominaga (Gangster), Yamato Koganemaru (Gangster), Satoshi Yashiro (Gangster), Jyunya Tabata (Gangster), Kazuhiro Nagao (Gangster), Rachel (Freundin), Shibuken (Freund) / Megumi Nasuno (Nami), Haruka Yamamoto (Miki), Naoki Ishida (Tänzer), Takaharu Kurihara (Tänzer), Nobuhiro Ohkawauchi (Tänzer), Takashi Tanaka (Tänzer) / Satomi Kurebayashi (Eri Kawajiri), Shuhei Ohkawara (Schatten), Hideaki Tani (Ozaki), Tamotsu Maruno (Ishihara), Usagi Sano (Stalker), Kimu Kimura (Büroangestellter), Takao Niiyama (Büroangestellter), Kinko (sexy Mädchen), Yuichi Sasaki (Schatten 2), Daisuke Fukuda (Polizist), Yousuke Morita (Polizist), Kiyoshi Hosokawa (Polizist), Hiroyuki Amemiya (Barkeeper), Ryuto Hagino (Kind), Miho Hagino (Mutter), Hiroei Ishihara (Stuntman), Fumio Taniwaki (Ramenya San) / Jigoroh (Hidesaburo), Ayumi Tomiyama (Momo), Kanami Ikoi (Miaoin), Mina Chung (Miaoin), Makoto Takagi (Izuru), Masaki Kurusu (Keiji), Yuta Toi (Riku), Yokihiko Murakami (Kunde), Chie Maruyama (Mutter), Momoko Iwai (Kind), Clive Davies (französischer Freund), Rie Kitajima (Freundin), Daiki Shinozaki (seltsamer Mann), Satomi Takeuchi (Mädchen), Dora (Mädchen), Yoko Kitano (Mädchen)
Produktionsfirma: Dice Entertainment
Produktion: Hiroei Ishihara
Regie: Yann Moreau (Endless Love Regisseur), François Gaillard (Trahison Regisseur), Gilles Landucci (Shadow Hunter Regisseur), Nicolas Alberny (Good Boy Regisseur)
Drehbuch: Yann Moreau, Guilhem Sendras, Gilles Landucci/Maki Hisatomi, Nicolas Alberny
Kamera: Yann Moreau, Nima Rafighi/François Gaillard, Nicolas Alberny/Yann Moreau
Musik: Camille Griot, Double Dragon and Samuel Debout/Soundlife, Camille Griot, Nicolas Alberny
Schnitt: Yann Moreau, François Gaillard, Gilles Landucci, Nicolas Alberny, Thomas Lebascle
Special Effects: Sayaka Kitamura, David Scherer, -, Sayaka Kitamura/Koutaro Nishitani
Visual Effects: Nicolas Alberny, Fabien Félicité, Luke Hancock
Verleih: I-ON NEW MEDIA
Erstaufführung: 10.10.2015 I-ON NEW MEDIA 31.8.2018 Japan 2015
114:19 Minuten (+ Zusatzmaterial: - ) 8 Kapitel
Widescreen 2,35:1 anamorph (1080p/24)
Deutsch DTS-HD 5.1, Japanisch DTS-HD 5.1; Untertitel: -
Ländercode: 2 Blu-Ray 25 (22,4 GB) FSK 18


Inhalt:
Shinichi hängt in einer Zeitschleife fest und er erlebt einen Tag immer und immer wieder egal was er macht – bis sich ein Ausweg zeigt, der jedoch sehr brutal ist… Nami will Spaß und ist bei ihren Diskogängen nicht zimperlich – zuhause angekommen muss sie sich jedoch ihrem Spiegelbild stellen, welches ganz andere Ziele verfolgt… Eri Kawajiri ist eine Geisterjägerin die ihre Umwelt vor Schattenwesen beschützt, die einfach in der Dunkelheit verschwinden können – doch weiß sie wirklich was diese Schatten wollen… Hidesaburo verhöhnt nicht nur am Telefon die Frau die ihn vergebens warten lässt, sondern auch die Statue von Hachiko – das bleibt jedoch nicht ungestraft und er wird erfahren was Treue ist… Alle leben in der gleichen Stadt und doch ist der Horror in ihrem Leben stets ein komplett anderer, sowohl die Art als auch das Resultat…

Meinung:
Bereits die stark an einen mit Computer erstellten Vorspann erinnernde Einleitung stimmt auf die seinerzeit auch verbreiteten Kurzgeschichtensammlung ein. Passend dazu dann auch der Score, der akustisch ebenfalls sehr Retro klingt. Da wie auch damals die Namen der Beteiligten wie eine Personalunion erscheinen, drängt sich gleich der Eindruck eines asiatischen Homemade Streifens auf. In der ersten Geschichte haben die Splattereffekte zunächst eine sehr kurze Screen Time, was eine gute Möglichkeit ist, ein kleines Budget zu kaschieren. Die Geschichte ist nicht gänzlich neu, wird aber gut erzählt und hat einige sehr nette Ansätze. Die Tatsache, dass der Protagonist zu einem Superkiller wird erscheint jedoch nicht grade glaubwürdig. Die seit Ring bekannte schaurige weibliche Figur mit ebensolcher Musikuntermalung der zweiten Story kann inhaltlich nicht so überzeugen. Für abstrakte Bilder ist zu wenig Schauer dabei, die Handlung ist andererseits aber zu dünn um alles zu tragen. Schlussendlich werden aber noch die Gorehounds mit Gore Gallore und Augenmatscherei beglückt. In Richtung Death Note geht der Dritte in der Runde und präsentiert geheimnisvolle Geister und ihre Jägerin. Diese wirkt nicht wie eine Kriegerin, kann das Ganze jedoch meist glaubhaft spielen. Die Auflösung ist zwar nicht großartig bewegend, passt jedoch gut zu diesem eher ruhigen Vertreter. Die bekannte (und erfolgreich verfilmte) Geschichte um den treuen Hund Hachiko dient als Grundlage für den Abschluss. Dabei wird lediglich der Begriff der Treue übernommen und eine sehr abstruse Geschichte mit Sex und Gewalt drumherum gesponnen – der Splatter pendelt zwischen hanebüchen und ansatzweise lustig. Leider sieht auch hier der „Hund“ sehr nach 80er PC CGI aus und es bleiben einige Fragen offen (warum verwandelt sich ein vom Hund gebissener in einen Werwolf?). Die französischen Filmemacher zitieren den japanischen Horrorfilm und fügen gleichzeitig französische Akzente ein. Vor allem in Punkto explizite Darstellung von Gore und Splatter ergänzen sich die beiden Kulturkreise dabei sehr gut. Der Film wurde als „French Blood in Japan Horror“ bei der Spendenplattform Indiegogo eingestellt, aber er erreichte lediglich 1.290 von den angepeilten 10.000 USD.
Auch bei dem Bild fühlt man sich an alte VHS Zeiten erinnert – ein etwas gröberes Korn und keine kalte Schärfe wie man sie in der Blu-Ray Zeit gewohnt ist.
Die Synchronisation ist hingegen steril und wenig bis gar nicht plastisch ausgefallen – akustische Artefakte gibt es nicht, der Transfer ist sauber.
Auf der Blu-Ray ist wieder einmal keinerlei Zusatzmaterial enthalten, was mangelndes Interesse suggeriert, denn irgendwas an Material findet sich ja eigentlich immer.


Fazit:
Frankreich versucht sich an einem japanischen Horror Anthologie – mit Liebe zu den 80ern werden Fans sicherlich die eine oder andere Episode für sich entdecken !!!

© Heiko Henning
17.12.2018


Infos beim Vertrieb/Verlag:
http://www.ionnewmedia.de/portfolio-view/tokyo-grand-guignol/ (externer Link!)




Letzte Aktualisierung: 24.02.2019, 19:50 Uhr
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