Beneath still Waters

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Originaltitel: Beneath Still Waters Alternativtitel: Bajo aguas tranquilas; Clan de los condenados
Darsteller: Michael McKell (Dan Quarry), Raquel Meroño (Teresa Borgia), Charlotte Salt (Clara Borgia), Patrick Gordon (Mordecai Salas), Manuel Manquiña (Luis – 50 Jahre alt), Pilar Soto (Susana), Diana Peñalver (Frau Martín), Ricard Borrás (Mayor Luca), Damia Plensa (Antonio), David Meca (Taucher Sargent Eduardo), Carlos Castañon (Polizei Chef Keller), José María Pou als Josep Maria Pou (Julio Gambine), Omar Muñoz (Luis – 10 Jahre alt), Santiago Pasaglia (Teo), Eva Pont (Kultmitglied), Norberto Morán (Kultmitglied), Hugo Mesa (Kultmitglied), Antonio Portillo (Roberto Borgia), Maria Borrego (Kamerafrau – Bea), Ricardo Birnbaum (Tonmann – Nacho), Mansueto Manel (Polizist Beto), Ignacio Sanchez (Polizist Gonzalez), Maria Briones (Lucas Sekretärin), Apricio Rivero (Antonios Vater), Fanny Castro (Antonios Mutter), Paco Hidalgo (Taucher Lieutnant Ruso), David Pinilla (Paramedic), Marina Durán (Salas Fahrer), Alejandro de Nova (David), Gara Muñoz (Samantha), Juan Orozco (junger Roberto Borgia), Carmela Quijano (ängstliches Mädchen), Begona Cadilus (gebärende Frau), Javier Botet (Humanoide), Maria Vegas (Humanoidin), Oscar Blazquez (Dans Sohn), Valerio Veneras (Die Band „El Retrato“ – Gesang), Alfonso Garcia (Die Band „El Retrato“ – Lead Gitarre), Fernando Valdivieso (Die Band „El Retrato“ – Bass), Augustin Ruiz (Die Band „El Retrato“ – Rhythmus Gitarre), Daniel Alcala (Die Band „El Retrato“ – Schlagzeug), Nikky Schiller (Dirty Princess), Yasmin Elias (Dirty Princess), Nico Baixas (Party Leiter), Ivan Roca (Partygast), Teresa Serigo (Partygast), Rafael Soto (Partygast), Jannike Camacho (Partygast), Jose Maria De La Plaza (Partygast), Nekane Santamatia (Partygast), Aurora Lobato (Partygast), Betty Calvo (Partygast)
Produktionsfirma: Fantastic Factory, Filmax International, Lionsgate
Produktion: Brian Yuzna, Julio Fernández
Regie: Brian Yuzna
Drehbuch: Mike Hostench, Ángel Sala Vorlage: Matthew Costello (Novelle: Beneath Still Waters)
Kamera: Johnny Yebra
Musik: Zacharías M. De La Riva
Schnitt: Nicolas Chaudeurge
Special Effects: Óscar Aparicio, Pedro Raul De Diego, Juan Ramón Molina, Raúl Romanillos
Visual Effects: Mariano Liwski
Verleih: e-m-s
Erstaufführung: 10.2005 Spanien Filmfest e-m-s media AG 15.3.2007 Spanien/England 2005
96:13 Minuten (+ Zusatzmaterial: Making Of 10:22; Interviews mit Brian Yuzna 29:42, Raquel Meroño 9:26, Michael McKell 9:11; Originaltrailer 3:00; Bildergalerie 3:17) 16 Kapitel
Widescreen 1,78:1 anamorph
Deutsch Dolby Digital 5.1, Englisch Dolby Digital 5.1; Untertitel: deutsch
Ländercode: 2 DVD-9 (7,93 GB) FSK: keine Jugendfreigabe


Inhalt:
Zwei kleine Jungen spielen in dem Ort Marinbad, der in den nächsten Tagen mit Hilfe eines Staudamms geflutet werden soll. Ihr Spiel wird jäh unterbrochen, als sie in dem Keller eines seltsam leuchtenden Hauses eine Gruppe von angeketteten Menschen finden, deren Anführer unvorsichtigerweise von einem der beiden Jungen befreit wird – was dieser auch umgehend bereut. Vierzig Jahre später sitzt Clara Borgia, die Enkelin des kürzlich verstobenen Bürgermeisters Roberto Borgia, zusammen mit einer Freundin an diesem auf sein Geheiß angelegten künstlichen See. Als dann auch noch der junge Antonio auftaucht kommt es zu seltsamen Begebenheiten, durch die nicht nur Antonio blutend im Wasser verschwindet. Der Pressefotograf Dan Quarry hat derweil beim Erkunden des unter Wasser liegenden Dorfes eine Begegnung mit einer geheimnisvollen schwarzen Macht, die ihn durch den halben See zieht. Auch das mittlerweile in der Nähe errichtete Dorf Debaria wird kurz vor den Feierlichkeiten zum Jubiläum langsam aber sicher in den Bann des Bösen gezogen, welches aus dem Wasser aufzusteigen beginnt…

Meinung:
Als Brian Yuzna (Rottweiler, Beyond Re-Animator, Faust: Love of the Damned) von Lionsgate auf die Novelle Beneath Still Waters von Matthew Costello hingewiesen wurde, hatte er das Skript bereits einige Zeit auf dem Tisch. Der Autor hatte es ihm schon vor der Veröffentlichung des Buches zukommen lassen, doch so recht scheint die Geschichte beim ersten Lesen nicht gefallen zu haben. Nach nochmaliger Sichtung und in Anbetracht der Unterstützung von Lionsgate sah das Projekt jedoch vielversprechend genug für den Regisseur aus, auch wenn ihm sofort vor den komplizierten Unterwasseraufnahmen graute. Das Casting fand sowohl in Spanien als auch in England statt, was sicherlich bei der Koordinierung nicht ganz so einfach gewesen sein dürfte. Mit Michael McKell (Doctors, Blessed, M.I.T.: Murder Investigation Team) wird von englischer Seite auch gleich der Hauptdarsteller beigesteuert. Der sonst in Serien agierende Schauspieler hinterlässt einen durchschnittlichen bis guten Eindruck, was umso verwunderlicher ist, als dass er sich an einem spanischen Set ohne Spanisch Kenntnisse durchkämpfen musste. Wirkliche Tiefe verleiht er der Figur des durch einen persönlichen Schicksalsschlag getroffenen Fotografen bedingt durch das Drehbuch nicht, doch dafür kann er gut sein inneres Unglück gut transportieren. Raquel Meroño (The Mark, Dagon, Airbag – Jetzt knallt's richtig!) wurde in das Projekt geholt, weil ihr Brian Yuzna bereits bei den Dreharbeiten zu dem von ihm mit produzierten und Stuart Gordon realisierten Dagon eine Rolle in einem seiner eigenen Regiewerke angeboten hatte. Als weibliche Hauptrolle bleibt auch sie bedingt durch das zugrunde liegende Skript eher eindimensional: eine Reporterin, die ein gestörtes Verhältnis zu ihrem grade gestorbenen Vater hat und ihre Tochter vernachlässigt. Was ihr an passendem Text und Hintergrund fehlt, kann Meroño allerdings zum Teil durch Mimik und Körpersprache wettmachen. Einen demgegenüber erstaunlich großen Part nimmt Charlotte Salt (CSI: Crime Scene Investigation, The Bill, Flucht vor der Vergangenheit) ein. Die junge englische Darstellerin, die wie ihre beiden Kollegen bisher vor allem in Serien mitspielte, verleiht ihrer Rolle eine erstaunliche emotionale Tiefe. Ständig schwankt sie zwischen verstört und tiefbetrübt, was sehr gut zur Geschichte ihrer Figur passt. Eine kleine Sonderstellung dürfte David Meca (Grand Prix, Gran Splash) innerhalb der Crew gehabt haben, da sein Background als ehemaliger Sportler ihn für die Rolle des Polizeitauchers mehr als prädestinierte. Nach seiner Karriere als Profisportler konnte er vorher ein wenig Erfahrung in spanischen Serien sammeln, was sicher vorteilhaft war. Sein Spiel wirkt angenehm erfrischend und auch bei seiner kleinen Rolle sehr überzeugend – vor allem, wenn man bedenkt, dass es sich um seinen ersten Fullfeature Film handelt. Das kann man von Patrick Gordon (Gangs of New York, Lexx: The Series, Highlander) in der Rolle des Sektenanführers leider nicht sagen, da er durch sein Spiel dem Anspruch der Rolle nicht gerecht werden kann. Er wird als das absolut Böse charakterisiert und dargestellt wie The Tall Man aus Das Böse (Phantasm), dem er absolut nicht das Wasser reichen kann. Auch Momente, in denen er einen Mann Luftrollen vollführen lässt, tragen nicht zu seiner Glaubhaftigkeit bei – lediglich die verwendeten Masken sehen brauchbar aus. Die Nebendarsteller können nicht wirklich Punkten, aber zum Glück stehen sie kaum im Vordergrund, denn gegen die sonstigen Komparsen wirken sie zu unruhig. Die eigentliche Vorlage, die Novelle Beneath still Waters von Matthew Costello sah an sich ja vielversprechend genug aus, als dass sich zwei Studios für eine Umsetzung entschlossen. Ingredienzien wie das Berufen auf den Ursatanisten Aleister Crowley, Elementen aus Geschichten von Howard Philips Lovecraft und gängigen Zombiemotiven bieten schon eine recht vielversprechende Mischung. Costello, der unter anderem auch die Geschichte des ersten grafisch wirklich aufwendigen PC Adventure 7th Guest in Buchform brachte, hat mit der Idee des im See versenkten Bösen einen angenehm frisch wirkenden Aspekt des Horrors geschaffen. Die beiden absoluten Filmneulinge Mike Hostench und Ángel Sala scheinen also nicht die beste Wahl gewesen zu sein, wenn es um die Übersetzung der Erzählung in ein Drehbuch geht. Die Interaktion der Figuren und vor allem das Herausarbeiten von Sympathieträgern gelingen den beiden schon mal nicht, da die Storyline zu zerrissen zwischen den Hautcharakteren wirkt. Die Vorlage bietet keine besonders überraschende Lösung, was prinzipiell nicht das Problem ist, da es schließlich nicht immer ein an den Haaren herbeigezogene Plot Twists sein muss. Doch entsprechend dazu sollte dann die restliche Story die notwendige Spannung und Atmosphäre erzeugen – was in leider nur begrenzt der Fall ist. Der Horror kommt auf leisen Sohlen und ist mit ein paar Schockmomenten gespickt, die bedingt durch ihre Vorbereitung nicht immer zünden, was teilweise auch auf die Umsetzung zurückzuführen ist. Peinliche Momente wie das angesprochene schweben lassen eines Menschen durch den Bösen tragen zur Demontierung dieser Figur bei, die eigentlich furchteinflößend sein sollte. Dabei wird Mordecai Salas eigentlich mit einer recht heftigen Szene (Kinderschädel aufreißen) eingeführt, wo einfach nur ein konsequentes und distinguiertes Weiterentwickeln notwendig gewesen wäre. Die Szenerie des begrabenen Dorfes und einige schaurige Ideen werden eingebracht, können aber nicht zu jedem Zeitpunkt die notwendige Atmosphäre erzeugen. Diese stammt dann eher aus der Hand von Johnny Yebra, für den dies auch der erste Fullfeature Film war – doch zumindest konnte er bei Musikvideos, Kurzfilmen und TV Produktionen schon Erfahrung sammeln. Dem Kameramann gelingen gerade zu Anfang sehr ansprechende Bilder von dem verlassenen und dann schließlich überfluteten Ort, bei denen man sich ein wenig an das Fischerdorf aus Dagon erinnert fühlt. Die allgegenwärtige Dunkelheit als Sinnbild für das Böse, welches sich in den Mauern festgesetzt hat und auch den Himmel befällt, ist gelungen. Ebenso stimmungsvoll ist der auf dem Wasser eingefangene Nebel, der zwar nicht ganz nach natürlichem Ursprung aussieht, aber doch für ansprechende Stimmung sogen kann. Etwas schwierig ist das Material, denn es wurde auf HD gedreht, was stets einen zumindest etwas künstlicheren und sterileren Eindruck macht als herkömmliches Filmmaterial. Für diese Wahl ist vor allem die Tatsache verantwortlich, dass die Unterwasseraufnahmen nicht wirklich in einem See oder ähnlichem stattfinden konnten. Zum Einen war das Budget für einen Unterwasserbau der Kulissen nicht vorhanden, und zum anderen fand der Dreh dummerweise im Winter statt, weshalb selbst kurze Szenen im Wasser eine Tortur für die Schauspieler darstellten. Deshalb wurde mit einem Miniaturnachbau des Ortes und Green Screen Technik gearbeitet. Die Darsteller agierten vor einem grünen Hintergrund und die Unterwasserlandschaft wurde im Nachhinein montiert. Das sieht natürlich trotz der gewählten Dunkelheit, bei der das eine oder andere Detail verloren geht, an wenigen Stellen durch Schattenwurf oder unsaubere Ränder künstlich aus. Beim Rezipieren der Geschichte fallen diese Momente jedoch nicht wirklich auf, so dass der Filmgenuss dadurch nicht getrübt wird. Etwas schwieriger sind die Special Effects, die insgesamt zwar guten Durchschnitt darstellen, aber doch ein paar Ausreißer wie ein keinesfalls glaubhaft umgesetztes Monster in Nahaufnahme und die Feuerumrahmung des Bösewichts zu vermelden haben, die eher nach frühen achtziger Jahren aussehen. Die nicht gerade reichlich vertretenen aber dafür relativ blutigen und vor allem auch überraschend kompromisslosen Effekte entschädigen aber für so manche anderen Ausrutscher und rechtfertigen das Jugendverbot. Für letzteres sprechen auch die Orgien Szenen kurz vor Ende des Films, bei denen es zwar nicht explizit, dafür aber reichlich zur Sache geht – das Ganze ist dabei eher distanziert als erotisch umgesetzt. Insofern hat Brian Yuzna eine zwar nicht ganz stimmige, aber doch unterhaltsame Mischung geschaffen. Die Handlung ist nicht wirklich spektakulär und überraschend – alles geschieht wie erwartet in ruhiger Form – aber sie bietet einige sehr schöne Augenblicke optischer Natur. So gibt es nicht nur Gore Effekte wie das Aufreißen von Schädeln, sondern auch wunderschöne Kleinigkeiten wie eingearbeitete Kinoposter zu Filmen mit Jacinto Molina (aka. Paul Naschy) oder schön symbolträchtige Inszenierungen des durch Dunkelheit langsam erdrückten Kirchturms unter Wasser. Auf so etwas hat man nach dem trashigen Rottweiler schon gar nicht mehr zu hoffen gewagt – auch wenn es keinen großen Wurf wie seinerzeit Return of the Living Dead III oder Bride of Re-Animator darstellt.

Ausstattung:
Das Bild der DVD ist entsprechend des HD Materials eher steril und bietet bedingt durch die häufigen dunklen Aufnahmen kaum Detailzeichnung. Der Kontrast wirkt entsprechend überzogen, und die Farben eher erdig, was aber ein Stilmittel des Regisseurs ist – Hintergrundrauschen ist keins zu vermelden. Für die „normalen“ Sehgewohnheiten wirkt das Bild schlicht und ergreifend gewöhnungsbedürftig weich – die Kompression arbeitet allerdings klaglos und unauffällig.
Trotz der handlungstechnisch nicht übermäßigen Gelegenheiten werden die Surround Lautsprecher in der deutschen Spur gut genutzt – es entsteht eine angenehme Räumlichkeit durch gut gesetzte Effekte und Umgebungsgeräusche. Demgegenüber erscheint die Originalspur äußerst dumpf und auch die Direktionalität leidet unter einer ungünstigen Abmischung, die sich meist nur auf den Center bezieht. Die Dialogverständlichkeit ist bei beiden Spuren gut bis sehr gut, wobei auch hier die deutsche Spur klarer klingt – das Original logischerweise natürlicher.
Äußerst positiv fallen die Extras der DVD auf, die andernorts schon für das Siegel „Special Edition“ gereicht hätten. Das kurze Making Of bietet viel Behind the Scenes Stoff, der mit Kommentaren durchsetzt sind, die allerdings alle aus den separat enthaltenen Interviews entnommen sind. Diese recht langen Interviews mit Brian Yuzna, Raquel Meroño und Michael McKell sind dann auch das interessanteste Zusatzmaterial, das in erstaunlich guter Bildqualität präsentiert wird – nur der Ton ist leider teils etwas leise. Vor allem der Macher selbst hat einiges informatives zum Film, dessen Entstehungsgeschichte und den Darstellern zu sagen. Aber auch Meroño und McKell begeben sich nicht in die Regionen der üblichen Lobhudeleien der Major Studio Interviews. Insgesamt bekommt man von allen Seiten Interessantes zu hören, das sich allerdings alles nur auf diesen Film beschränkt – leider sind die Fragen aus den Interviews herausgeschnitten. Zur Abrundung gibt es wieder mal einen Originaltrailer (nicht anamorph) und eine ganz nette Bildergalerie. Abschließend sei noch gesagt, dass der Film auf dieser DVD trotz holprig anmutender Szenen und Unkenrufe von mancher Seite uncut ist.

Fazit:
Nicht das erhoffte große Comeback, aber doch ein vielversprechender Anfang – schöner Horrorfilm mit ein paar Schwächen !!!

© Heiko Henning
19.4.2007


Infos beim Vertrieb/Verlag:
http://www.e-m-s.de/dvd.php?name=116078 (externer Link!)




Letzte Aktualisierung: 02.12.2018, 23:11 Uhr
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