Deadline #4

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DIN A4 116 Seiten
Auflage: 20000 Exemplare
25.7.2007 500
ISBN 419-7-42600-500
deadline Magazin
Yazid Benfeghoul und Andreas Martin Peter GbR
Spieserstraße 34
66386 St. Ingbert
yazid@deadline-magazin.de
http://www.deadline-magazin.de


Inhalt:
Postel hat diesmal, zusammen mit einem informativen Interview mit dem Regisseur Uwe Boll, die Ehre die Rubrik Breitband – jetzt im Kino zu eröffnen. Auch die folgenden interessanten und etwas ausführlicheren Reviews zu Planet Terror, Transformers und Wächter des Tages bieten eine solide Sichtweise auf die Werke an sich. Die restlichen Besprechungen sind wieder in Kurzform gehalten, was zwar Platz spart, aber doch dem Informationsgehalt ein wenig abträglich ist. Ein ähnliches Problem hat auch Frischfleisch – Neuigkeiten und Gerüchte, wobei es hier jedoch eher am chaotisch wirkenden Layout liegt. Cannes 2007 – Report ist nicht nur wegen der informativen Einleitung, sondern vor allem durch die reichlich besprochenen (teilweise auch nur kurz angerissenen) Filme interessant, die uns in nächster Zeit erwarten, oder auch vielleicht nie, oder zumindest nicht in dieser Form, das Licht der Kinos erblicken. Animescope fokussiert wieder einmal sehr passend die Zeichentrickfilme, die den Weg aus Japan zu uns finden – angesichts der mittlerweile sehr unübersichtlichen Veröffentlichungen ist diese Einkaufhilfe äußerst willkommen. Horror, privat ist leider nicht so interessant, wie es in den letzten Ausgaben der Fall war, weil Rolf Zacher nichts wirklich Passendes zum Thema beisteuert und das Medium eigentlich nur für Eigenwerbung nutzt. Neuchatel Fantasy Film Festival 2007 wird zwar nur mit fünf dort gelaufenen Filmen vorgestellt, doch diese haben es offensichtlich in sich, so dass ein Besuch auf jeden Fall lohnenswert war. Im Türkplotation Special bekennt sich Dr. Martin Schmitt wieder einmal als Trash Liebhaber und stellt einige türkische Filme vor, welche die zumeist amerikanischen Vorbilder so schlecht kopieren, dass man daran schon wieder Spass daran haben kann. Underdogs – Independentfilm und andere Auswüchse stellt diesmal mehr Filme in Kurzform vor, was Übersicht schafft, aber nicht ganz so aufschlussreich ausfällt. Fantasy Filmfest Preview ist Pflichtlektüre für jeden Besucher des Festivals, damit die Perlen und Ausfälle vorsondiert werden können und bereits im Vorfeld vernünftig geplant werden kann – es sind zwar leider nicht alle Filme vorgestellt, doch die Reviews bieten sehr gute Entscheidungshilfen. MIG – Labelportrait zeigt einen guten Querschnitt durch das Angebot des Anbieters und scheut sich auch nicht davor, die meisten Titel eher als Durchschnitt zu bewerten. Das 25. Filmfest München 2007 ist leider nur mit vier Filmen vertreten, was angesichts des Angebots zu wenig erscheint. Televisionen bietet hingegen wieder solide drei Seiten, auf denen DVD Boxen von TV Serien adäquat vorgestellt werden. Heimservice – neu auf DVD punktet gleich zu Anfang mit einer ausführlichen Review zu Smokin‘ Aces und dem dazugehörigen äußerst informativen Interviews mit Regisseur/Autor/Produzent Joe Carnahan sowie den Darstellern Ryan Reynolds, Andy Garcia, Jeremy Piven und Common. In 3 Tagen bist du tot hat neben einer Besprechung ebenfalls ein Interview mit dem Macher Andreas Prochaska zu bieten, welches sogar recht üppig ausfällt. Auch die restlichen Vorstellungen von DVDs sind sehr reichlich und kommen im Umfang schon an Lektüre für kalte Wintertage heran. Klassiker sind immer wieder einen Blick wert, weshalb die separate Rubrik der DVD Veröffentlichungen auch Sinn macht, da sie wieder einmal Interesse für die alten Filme erzeugen kann. Wizard of Gore ist beispielsweise so interessant, dass ein Remake ins Haus steht – Im Gespräch mit Jeremy Kasten wird kurz erörtert, wie es dazu kam. Hörsturz – mit Hennes Bender liefert wieder eine reichliche Auswahl an empfehlenswerten Hörspielen, die laut Bender eine echte Alternative zu Splatterfilmen darstellen. Zeichentrix schlägt hingegen den Comic als Form der Wahl vor und zeigt eine gute Auswahl an aktuellen Erscheinungen. Herr Buttgereit empfiehlt unter dem Titel Plastikmonster und Nazibräute wieder einmal alles was ihm vor die Flinte kommt und liefert stets einen knappen und treffenden Kommentar ab.

Meinung:
Diesmal gibt es sogar gleich 4 Poster – das Prinzip und das Konzept des Magazins scheinen aufzugehen. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn die Macher bleiben sich offensichtlich treu und ziehen ihr Ding klar durch. Es wird auch über Blockbuster oder Werke aus Bereichen berichtet, die man nicht gleich mit den favorisierten Genres in Verbindung bringen würde, aber stets mit dem eigenen Focus und den eigenen Worten. Es wird kein Hype des Hypes willen mitgenommen und um mehr Leserschaft anzulocken – was sich nicht zuletzt durch Titelbilder wie diesem mit Postel ausdrückt. Auch die Objektivität wird gewährleistet, wie man eindrucksvoll am Labelportrait erkennen kann, in dem keiner der vorgestellten Filme eine besonders gute Wertung erhalten hat. Woran diese Ausgabe leider krankt ist das zu üppige Material, welches zugunsten der Vielfältigkeit in den einzelnen Rubriken zusammengestutzt wurde. Doch dieses Problem würde sich nur durch eine monatliche Erscheinungsweise, noch höhere Seitenzahlen oder weniger Vielfalt beheben lassen. Da alle Wege nicht wirklich gut für die Zeitschrift wären bleibt zu hoffen, dass beispielsweise nicht wieder so viele Festivals aufeinander fallen, so dass jeweils mehr als fünf der dort laufenden Filme vorgestellt werden können.

Ausstattung:
Die Knappheit des Platzes spiegelt sich auch im Layout wieder, welches teilweise typografische Verbrechen begeht, um alles unterzubringen. Da werden Texte nur noch mittels Trennelementen gewaltsam auseinander gehalten und die Bleiwüsten entstehen allerorts. Das in Verbindung mit dem innovativen aber ansträngenden Layout sorgt leider für nicht optimale Konsumierbarkeit, was angesichts der hohen Seitenzahl die Leser ein wenig abschrecken dürfte.

Fazit:
Informationsobergau mit einer Gestaltung die dem nicht ganz gerecht wird !!!

© Heiko Henning
15.1.2008


Infos beim Vertrieb/Verlag:
http://www.deadline-magazin.de (externer Link!)




Letzte Aktualisierung: 02.12.2018, 23:11 Uhr
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