Deadline #14

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DIN A4 132 Seiten
Auflage: 20000 Exemplare
11.3.2009 600
ISBN 419-7-42600-600
deadline Magazin
Yazid Benfeghoul und Andreas Martin Peter GbR
Spieserstraße 34
66386 St. Ingbert
yazid@deadline-magazin.de
http://www.deadline-magazin.de


Inhalt:
Der Titelaufmacher My Name is Bruce verkörpert einiges was die Wurzel von der Deadline, das Fanzine Gory News, ausmachte. Denn nicht unwesentliche Filme in denen Bruce Campbell (Bubba Ho-tep, Xena & Hercules, Maniac Cop 1-2) seinerzeit seine ersten Gehversuche machte wurden damals in den Heften abgefeiert. Wie der gereifte Star im Interview, fällt auch die Review angenehm selbstreflektierend aus, was äußerst gut zur Eigenironie des Streifens passt. Watchmen – die Wächter, Rocknrolla sowie die Previews von Crank 2: High Voltage, X-Men Origins: Wolverine werden derweil mit anderen Maßstäben gemessen. Die zweiseitige Review zu Slumdog Millionär samt anschließendem ausführlichen Interview mit dem Regisseur Danny Boyle (Sunshine, The Beach, Trainspotting – Neue Helden) hätten sich bestimmt auch gut als Aufhänger für die Titelseite gemacht, aber an diesem Punkt zeigt sich angenehm die Unabhängigkeit der Deadline. Knowing (Preview), The Unborn, Die Reise zum Mittelpunkt der Erde werden recht kurz abgehandelt – nicht zuletzt um Public Enemy No. 1 und dem dazugehörigen interessanten Interview mit Vincent Cassel den nötigen Raum zu lassen. Skurriles bietet Die Reise ins Glück, welches im langen Interview mit dem Regisseur Wenzel Storch etwas geerdet wird. In der neuen Kolumne Im Abseits hat es sich Dr. Marcus Stiglegger zur Aufgabe gemacht, seltene Perlen der weltweiten DVD Landschaft der Leserschaft vorzustellen. In drei Tagen bist du tot 2 erntet hier einiges an Lorbeeren, was sich in den Interviews mit dem vielversprechenden österreichischen Regisseur Andreas Prochaska und der Schauspielerin Sabrina Reiter fortsetzt – man darf gespannt sein. Kannibalistische Ansichten stellt wieder den Bezug zur Musikbranche her, doch diesmal scheint die Band gar nicht so weit von der Deadline entfernt: Cannibal Corpse, die ihrerseits, wie auch mancher Film, mit Gewaltdarstellung, oft Probleme mit der Zensur bekommen. Im Berlinale Special werden erstaunlich viele Genre Filme reviewt, was verdeutlicht, wie vielseitig das vermeintliche Mainstream Filmfestival ist. Spieltriebe nimmt sich diesmal viel Platz für die einzelnen Spielvorstellungen, was zeigt, dass dieses Medium offensichtlich nicht nur bei den Lesern, sondern auch den Autoren der Reviews als ein recht wichtiges angesehen wird. Martin Schmitt ist mal wieder auf eine unterhaltsame Idee für einen ebensolchen Artikel gekommen: in Geld für Blut werden einige Filme vorstellt in denen es sich im Titel um Blood dreht. Finale – ein Material-Arts-Film aus deutschen Landen klingt von sich aus schon etwas schräg, doch der am Dreh beteiligte Hussain Abdullah klärt auf, um was es sich bei dem Projekt genau handelt. Hennes Benders Hörsturz dreht sich diesmal hauptsächlich um Hörbücher – vielleicht ist es in dem nächsten Heft wieder etwas ausgeglichener Richtung Hörspiel. The Soundtrack of our lives, im Gespräch mit Claudio Simonetti fällt zwar mangels Anlass etwas aus dem Rahmen, doch warum nicht einen großen Komponisten des Giallo Films interviewen wenn sich die Gelegenheit bietet? Der Heimservice schlägt dem Leser wieder einmal über 100 Reviews von Filmen auf DVD und teils Blu Ray um die Ohren, dass einem Hören und Sehen vergeht – ein einmaliger Überblick über die Filmlandschaft. Enthalten ist auch ein Interview mit Susan Montford zu While she was out, mit Kim Basinger, in dem die sonst als Produzentin (Shoot‘em up) arbeitende Regisseurin erzählt, was sie als interessante Filmprojekte ansieht. Drei Seiten müssen mal wieder für das Animeskop reichen – fast alles aus der Feder von Helge Dawo, ergo: sehr eigen. Besser ergeht es da Televisionen – TV-Serien auf DVD: reichlich Vielfalt und für fast jeden etwas dabei – sei es nun Horror, Humor oder Action. Passend zu der dort enthaltenen Review zu The Company gibt es noch mit Schalte die Kamera ab! einen netten Wortwechsler mit Mikael Salomon. Passend zu der bevorstehenden Buchveröffentlichung der Deadline Autoren Björn Eichstädt und Sebastian Selig über Juan Luis Buñuel gibt es von beiden mit einer Review zu Die Frau mit den roten Stiefeln und einem kurzen Interview in welchem der Regisseur über sein Werk redet, einen kleinen Appetizer – der leider auch ein wenig nach Eigenwerbung ausschaut. Ohne aktuellen Bezug, jedoch alles andere als uninteressant ist Mehr als nur Horror – im Gespräch mit Herman Yau (Gong tau, Ebola Syndrome, The Untold Story), wo der Hongkong Filmemacher einiges zu seinem Schaffen sagen darf, welches sich keinesfalls auf krude Horrorfilme beschränkt. Rites de Passage – Paul Schraders Kino verwundeter Männerseelen gibt einen Interesse weckenden Überblick zum Schaffen des amerikanischen Drehbuchautoren und Regisseurs, welcher zudem durch ein gut geführtes Interview (offensichtlich der Grund für die Retrospektive) abgerundet wird. ZeichentriX – Comics am Rand beschränkt sich wieder auf drei Seiten, was gegenüber den vorgestellten Filmen doch sehr armselig wirkt. Herr Buttgereit empfiehlt – die Kolumne von Jörg Buttgereit erscheint diesmal auch ein wenig gestaucht, doch das wirkt sich zum Glück nicht auf den Unterhaltungswert des Textes aus.

Meinung:
Back to the roots – das ist der erste Eindruck wenn man die mittlerweile vierzehnte Ausgabe im dritten Veröffentlichungsjahr zur Hand nimmt. Das Cover ziert die Rückkehr des B-Movie Helden Bruce Campbell, die Titelstory beschäftigt sich ebenfalls mit My Name is Bruce – inklusive Interview mit dem Regisseur, Hauptdarsteller und Namensgeber. Dieser Eindruck verschwimmt allerdings ein wenig, wenn Berichte zu Slumdog Millionär und ähnlichen Blockbustern folgen. Summa summarum ist also wieder eine bunte Mischung enthalten, wobei jedoch ein angenehmer Akzent auf den Ursprung gesetzt wird. Die Vielfältigkeit der Medien leidet wieder etwas zugunsten der bewegten Bilder, aber auch das ist schließlich der Ursprung des Magazins. Was auffällt, sind die recht zahlreichen redaktionellen Beiträge, die aufgrund von geführten Interviews erstellt wurden – hier stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit, auch wenn Interviews ohne Bezug etwas alleine auf weiter Flur wirken.

Ausstattung:
Optisch ist alles beim alten – allerdings nicht den Wurzeln, denn die sahen ja deutlich simpler aus in der Gestaltung. Der mit der Deadline eingeführte Stil scheint mittlerweile festgefahren und steckengeblieben in den eigenen hohen Zielen. Es wird leider zugunsten der Durchgängigkeit zur letzten Ausgabe auf das Ausarbeiten Verbesserungen und Verfeinerungen verzichtet, was dem eigentlichen Sinn von Layout – der Lesbarkeit – leider entgegenwirkt.

Fazit:
Sowohl für alte Fans als auch Freunde des Mainstream – hier gelingt das Spagat !!!

© Heiko Henning
6.2.2010


Infos beim Vertrieb/Verlag:
http://www.deadline-magazin.de/ (externer Link!)




Letzte Aktualisierung: 02.12.2018, 23:11 Uhr
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